Scheidenspülung und warum sie bedenklich ist

DR VIVIEN KARL Intimpflege Frau

Weltweit spülen Frauen ihre Vagina regelmäßig mit Wasser aus. Dabei ist die Vagina ein selbstreinigendes Organ. Warum Forschende von Vaginalduschen abraten und was wir davon halten.

Nach der Menstruation, dem Sex oder bei Infektionen: Vaginalspülungen sollen die Scheide reinigen. Aber wie sinnvoll sind Vaginalspülungen überhaupt? Darüber wird seit Jahrzehnten debattiert. Denn die Vagina ist ein selbstreinigendes Organ und braucht eigentlich keine Unterstützung. Trotzdem nutzen Frauen weltweit regelmäßig Intimduschen, um die Scheide zu säubern oder einer Schwangerschaft vorzubeugen. In den USA verwenden rund 30 Prozent der Frauen Vaginalspülungen. In der Türkei sind es sogar 50 Prozent, also jede zweite Frau.

Und so funktioniert’s: Bei einer Vaginalspülung wird Wasser mithilfe einer Druckflasche oder eines Beutels in die Scheide eingeführt. Sobald der Beutel gedrückt wird, gelang das Wasser an die Schleimhäute und spült die Vagina aus. Der Großteil der Frauen verwendet nur Wasser für die Vaginalspülung. Aber auch Wasser zusammen mit Seife oder Antiseptika werden in einigen Teilen der Welt für die Intimdusche verwendet.

WARUM FRAUEN VAGINALSPÜLUNGEN MACHEN

In den meisten Ländern wird die Vaginalspülung als Teil der Intimhygiene eingesetzt. Einige Frauen sehen darin jedoch auch eine Form der Verhütung, da nach dem Sex sofort ein Großteil der Spermien herausgespült werden. Außerdem empfinden viele Frauen Vaginalspülungen als angenehm, um Intimgeruch, Ausfluss sowie Juckreiz vorzubeugen.

Während und kurz nach der Periode soll die Vaginalspülung das Menstruationsblut aus der Vagina spülen. Und auch zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wenden Frauen Vaginalspülungen an. Doch die Intimdusche ist eine medizinisch bedenkliche Praxis.

WARUM SCHEIDENSPÜLUNGEN MEDIZINISCH BEDENKLICH SIND

Der Mythos, Vaginaspülungen seien gesund, hält sich hartnäckig. Dabei haben mehrere wissenschaftliche Studien in der Vergangenheit gezeigt, dass Frauen darauf dringend verzichten sollten. Auch die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass Vaginalduschen schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen haben.

Denn Vaginalspülungen schädigen die empfindliche Intimflora und bringen das Gleichgewicht der Bakterien in der Scheide durcheinander. Dadurch sind die Schleimhäute anfälliger für Infektionen und Erkrankungen. So zeigen Untersuchungen etwa, dass Vaginalspülungen ein wichtiger Faktor bei bakteriellen Vaginosen sind. „Die Häufigkeit von bakterieller Vaginose bei Frauen, die mehr als einmal pro Woche eine Vaginaldusche machen, ist 1,8-mal höher“, heißt es in der Studie.

Außerdem werden Vaginalspülungen mit einem höheren Risiko für Eileiterschwangerschaften, Unfruchtbarkeit, niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburten, sexuell übertragbare Krankheiten und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Frauen, die Vaginalspülungen durchführen, haben zudem häufiger einen veränderten Ausfluss, der auf eine Infektion oder Erkrankung hinweisen kann. Dabei liegt das Risiko bei Frauen, die Vaginalspülungen anwenden, sogar 3,9-mal höher als bei Frauen, die daraus verzichten.

WARUM DU VAGINALSPÜLUNGEN NICHT ANWENDEN SOLLTEST

Die gesundheitlichen Risiken sind zu hoch. Deshalb raten wir dringend von Vaginalspülungen ab. Solange die Vaginalflora intakt ist, hat die Vagina ihren Job sehr gut im Griff und reinigt sich einfach selbst. Für eine gute Intimpflege reicht es dann, die Vulva, also den äußeren Teil des Intimbereichs mit warmem Wasser zu reinigen. Wer für ein besonders frisches Gefühl eine Waschlotion oder Ähnliches verwenden möchte, sollte darauf achten, dass die Produkte auf den pH-Wert des Intimbereichs abgestimmt sind.

Und sollte die Vaginalflora mal aus dem Gleichgewicht geraten, hilft es, sich ärztlich beraten zu lassen. Auf Vaginalspülungen sollte jedoch ganz verzichtet werden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2567125/https://journals.lww.com/mcnjournal/Abstract/2010/03000/An_Updated_Review_of_of_Evidence_to_Discourage.8.aspx
http://jag.journalagent.com/tjod/pdfs/TJOD_8_4_264_271[A].pdf
https://bmcwomenshealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/1472-6874-13-23
https://europepmc.org/article/pmc/pmc8628423

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